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Rad-Reportagen Schwarzwald

Baden-württembergische XC-Meisterschaften in Hausach: Rennbericht von Stefan Röschl

07.08.2007

Veranstaltung:
Baden-Württembergische Meisterschaften - 10. Hausacher MTB Weekend | Sa, 04.08.2007 - So, 05.08.2007

Am vergangenen Wochenende stand wieder ein wichtiges Rennen im Schwarzwald im Veranstaltungskalender: Die XC-BaWü in Hausach, einem kleinen Ort im Kinzigtal mit einer rührigen Mountainbike-Truppe. Auf dem Areal einer permanenten Bikestrecke wurden über 2 Tage die Landesmeister in den verschiedenen Altersklassen gesucht. So auch in meiner Klasse, der Lizenz Senioren...

Diesmal war alles anders.
Durch private Verwicklungen kam es, dass meine Freundin Bianca und ich in einem kleinen Ort in der Nähe eine verlängertes Wochenende Wellness machen konnten, und das Rennen nur Beiwerk war - fast. Dazu kam die Tatsache, dass das Wetter im Vergleich zu letzter Woche in St. Märgen zu 100 Prozent anders war (das Thermometer zeigte weit über 30 Grad an) und, dass der Start nicht wie üblich um 8 Uhr, sondern um 15 Uhr stattfand. Es war also nach dem Frühstück viel Zeit, sich zu zerstreuen oder sonst was zu tun. Ich persönlich lag gemütlich mit Bianca am Pool im Schatten und versuchte, mich möglichst nicht zu bewegen.

Schon am Samstag hatte ich mir die Strecke zu Gemüte geführt und mir einen groben Plan gemacht. Praktisch bestand sie aus zwei Teilen. Zuerst der etwas flachere Part mit vielen Ecken und Kanten, kleineren Sprüngen und Hindernissen. Hier war weniger Kraft als Geschick und ein Auge für die richtige Linie gefragt.
Der zweite Teil war die längere, kraftraubende Auffahrt zum höchsten Punkt der Runde, von dem aus ein langer Downhill bis ins Ziel begann. Hier zeigte sich, wer sich berghoch übernommen hatte. Man musste von oben bis unten voll konzentriert sein und die richtige Linie sowie Geschwindigkeit fahren, um mit Rad in die nächste Runde zu kommen (man hat von Fahrern gehört, die Minuten damit zugebracht haben, um den Hang wieder zu ihrem Bike hochzuklettern...). Außerdem waren ja 6,5 Runden Renndauer veranschlagt!

Meine Taktik war einfach: ein Blitzstart, um als Erster in den flachen Teil zu fahren und dann das Rennen kontrolliert vorne im Feld zu bewältigen. Dabei war heute extrem wichtig, nicht zu überhitzen, sprich mindestens soviel Wasser auf wie in mich zu schütten. So war der Plan, den ich auch Steffen, meinem Teamkollegen beim Warmfahren so mitgeteilt hatte. Er war eher skeptisch, was sein Rennen betraf, ist er doch ein nicht ganz so gewiefter Techniker. Dafür hat er richtig Dampf in den Beinen. Und genau damit tat er mir keinen Gefallen. Um mir zu helfen, legte er vom Startschuss weg ein Tempo vor, dass ich anfangs nur mit Mühe, und dann gar nicht halten konnte. Mein überheblicher Plan war nach 5 Minuten komplett erledigt und ich ging als Vorletzter(!) in die zweite Runde. Dem Gesichtsausdruck meiner Freundin nach, die uns mit Getränken versorgte, wäre sie am liebsten direkt wieder an den Pool zurück!

Steffen musste seiner Attacke allerdings auch Tribut zollen und fiel ins Mittelfeld zurück. Langsam kam aber wieder Leben in meine Beine. Zuerst fuhr ich zu Steffen auf, der mich eine dreiviertel Runde zum Downhill zog, und ab da war dann Schluss mit lustig. Nach und nach sammelte ich meine Konkurrenten und ein paar von den vor uns gestarteten U23- und Hauptklassefahrern ein. Mein Kampf endete im Sprint mit einem alten Bekannten um Platz 4, mit dem besseren Ende für mich. Steffen hatte sich nach einem zwischenzeitlichen Hänger auch wieder gefangen und konnte noch auf den 6. Platz vorfahren. Für mich war diesmal nicht mehr drin, denn bei nur ca. 1 Std. 30min Renndauer kann man sich nach einem verpatzten Start nicht mehr nach ganz vorne arbeiten, zumal meine Gegner ja auch zur schnellen Truppe gehören und in die nationale Spitze zu zählen sind. Steffen ist insofern auch zufrieden, wohlwissend dass seine Stärke mehr auf den längeren Distanzen liegt. Und die sind in den nächsten Wochen wieder an der Reihe, begonnen mit dem 5. Lauf der GermanBikeMasters in Neustadt a.d.W. Dort geht es dann wieder um Punkte und Steffens 3. Platz in der Serienwertung.

Also, bis dahin und vielleicht sehen wir uns.


Autor: Roe

Stefan Röschl
Stefan Röschl

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