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Garmin GPSmap 66s

Garmin GPSmap 66s

Die GPSMap 66 Modelle (s/st/i) führen die Reihe der Garmin-Tastengeräte mit Helix-Antenne weiter. Das elegante, schmale Design wurde dabei erstmals aufgegeben und durch eine klobigere Form ersetzt. Die Bedienung ist im Prinzip die gleiche geblieben, an einige Stellen des Menüs wurde feinjustiert bzw. optimiert. Der 66 präsentiert sich wieder als robuster Allrounder, im Vergleich zum Vorgänger kamen Fitness-, Konnektivität- und Online-Funktionen dazu. Sein Haupteinsatzgebiet dürfte bei extremen Wetter-Bedingungen und/oder im Bereich professioneller Expeditionen liegen.

Markteinführung: Q4 2018 - aktuelles Modell
Preis: ca. 390,- Euro (Neupreis)
Gewicht: 230 g
Abmessungen: 6.2 x 16.3 x 3.5 cm (BxHxT)
Display: 2.9 Zoll | 3.8 x 6.3 cm, 240 x 400 Pixel (BxH)
Transflektives TFT-Farbdisplay

GPSmap 66s kaufen

Speicher und Funktionen

Interner Speicher: 16000 MB | MicroSD Slot

Betriebsdauer: max. 16 h (Herstellerangabe) | ca. 6 - 8 h (realistischer Wert, variiert nach Nutzungsintensität/Beleuchtung)
Akku wechselbar | Akkus im Gerät laden

Elektronischer Kompass
Barometrischer Höhenmesser
Kamera
Drahtlose Datenübertragung
Benutzerprofile
Herz- und Trittfrequenzmessung (optional):

Wegpunkte: 10000
Routen: 250
Tracks: 250 [Punkte pro Track: 20000, Punkte aktive Trackaufzeichnung: 20000]

GPX direkt aufs Gerät kopierbar
automatisches Routing
papierlos Geocaching

Eignung und Bewertung

Bedienbarkeit/Handling
Menüführung
Wer die bewährte 60/62/64-Bedienung gewohnt ist, wird sich auch mit dem Menü des 66 anfreunden, hier wurde sogar optimiert. Es gibt wahnsinnig viele Einstellungs- und Konfigurationsmöglichkeiten, diese erreichst du meist direkt von der gerade aktiven Seite über die Menü-Taste. Neu: mit +- lassen sich Datenfelder anpassen und die Trackaufzeichnung bzw. der Trackmanager wurde modernisiert. Die Trackbreite kann man leider immer noch nicht verändern.

Display Größe
Ablesbarkeit
Bei der Ablesbarkeit – vor allem unter direkter Sonneneinstrahlung – kann Garmin erneut punkten, selbst ohne oder mit geringer Beleuchtung lassen sich Details erkennen. Das 3-Zoll-Display hat die gleichen Daten (3.8 x 6.3 cm, 240 x 400 px) wie das Touchscreen-Pendant Oregon 700. Im Vergleich zu den Geräteabmessungen ist das Display zu klein, zudem mit einem breiten Rand versehen. Navigation mit Abbiegehinweisen ja, aber zur Orientierung mit 'Kartenfeeling' und/oder Tourenplanung suboptimal. Falls du ein 5-7 Zoll Smartphone gewohnt bist, könnten allein dadurch Probleme auftreten. Bitte bei der Tourenplanung auf die wesentlichen Punkte beschränken, sonst erkennst du auf dem Screen nichts mehr!
Interessant ist der Vergleich gängiger Garmin-Geräte: Display in Relation zum Gehäuse.

GPS-Empfang/Genauigkeit
Der 66er besticht durch eine schnelle Positionserfassung und setzt natürlich primär auf das US-amerikanische NAVSTAR GPS. GALILEO und GLONASS können nur in Kombination damit genutzt werden, also nicht stand-alone. Insgesamt ist die Genauigkeit (wie beim Vorgänger 64s) sehr präzise, ob die zusätzlichen Satellitennavigationssysteme einen Vorteil bringen (und nicht nur Strom fressen) konnte ich bisher nicht bestätigen. Gerüchte besagen, dass die herausstehende Quad-Helix-Antenne nur noch aus Marketing-Gründen an diesen Geräte-Typen sichtbar ist. Fakt ist aber, dass der GPSmap 66s bei Genauigkeits-Tests vor dem Oregon 700 lag.

Handlichkeit (Größe/Form/Gewicht):
Outdoor-Tauglichkeit (Robustheit)
Verarbeitung
Ähnliche Abmessungsdaten (6.2x16.3 x 3.5 vs. 6.1x16x3.6) und gleiches Gewicht wie beim 64s können nicht darüber täuschen, dass es sich beim 66er um keinen Handschmeichler handelt. Vor allem AnwenderInnnen mit kleinen Händen könnten Probleme bekommen. Besser gefallen mir im Vergleich zum Vorgänger die Druckpunkte der Tasten und die flache, mit einem herausstehenden Rand umgebene Frontscheibe, diese solltest du mit einer Displayschutzfolie versehen. Das robuste Gehäuse ist komplett aus Kunststoff, die Batterieabdeckung bzw. Befestigungsschiene für die Radhalterung demnach nicht aus Metall, wie es beim 64er-Vorgänger der Fall war. Bitte beachte, dass selbst ein nach militärischem Standard (MIL-STD-810G) zertifiziertes Handgerät beim Sturz oder Herunterfallen sehr leiden kann.

Funktionen/Zubehör
Seltsamerweise setzt Garmin auch beim 66er komplett auf den Fitness-Trend. D.h. es sind eine ganze Reihe von Sensoren per ANT+ oder Bluetooth koppelbar (Herz, Geschwindigkeit, Trittfrequenz) und die Aufzeichnung deiner Aktivität erfolgt dann inklusive dieser Daten. Du solltest bei den 'Einstellungen > Aufzeichnung' das Ausgabeformat unbedingt auf 'FIT/GPX' umstellen, denn nur dann landen deine aufgezeichneten Touren auch als klassische GPX-Tracks im Trackmanager bzw. im GPX-Ordner. Der 66er ist jetzt kompatibel mit 'Connect IQ' und somit lässt sich die beliebte Komoot-App über Garmin Express installieren und zur Touren-Übertragung nutzen. Die gepriesene 'Garmin Explore Kompatibilität' halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für keinen Vorteil bzw. Komoot als Online-Tourenplaner für die stärkere Variante. Viel wichtiger ist die weiterhin vorhandene Basecamp-Kompatibilität als Offline-Tourenplaner für Reisen in Gebieten ohne (mobiles) Internet. Erwähnenswert ist noch die integrierte Taschenlampe sowie die Möglichkeit der Kopplung mit dem inReach Mini Satelliten-Kommunikationsgerät. Der GPSMAP 66i hat diese inReach-Technologie zum Nachrichtenversand über das Iridium-Satellitennetzwerk schon integriert.

Eignung:
Wandern
Geocaching
Tourenrad
Mountainbike
Rennrad
Die Frage bleibt: Wer braucht, abgesehen von extremen Expeditionen (Gebirge, Wüste, Polar, Tropen ...), solch ein schweres, militärisches GPS-Gerät? Zum Beispiel Tourenradler, die ein top-ablesbares Navi mit vorne liegenden Tasten möchten, das auch bei Regen gut bedienbar ist. Diese sollten allerdings wissen, dass (im Gegensatz zu den Edge-Modellen) hier keine Navigation mit Abbiegehinweisen auf einem Track erfolgt. Automatisches Routing von A nach B oder entlang einer in Basecamp geplanten Route kann der GPSmap natürlich schon. Fürs Mountainbike halte ich den 66er zu schwer, vor allem für die 'Garmin Kabelbinder Radhalterung'.

Traditionsbewusste GeocacherInnen bekommen per WLAN oder gekoppeltem Smartphone eine Live-Geocaching-Funktion. Für die meisten Cache-Einsatzgebiete dürfte aber eine Smartphone mit Geocaching-App die elegantere Variante sein. Klar, die Genauigkeit ist unter schwierigen Bedingungen besser als beim Phone, aber schleppe ich bei spontanem Geocaching dieses Teil mit?
Barometrischer Höhenmesser und 3-Achsen-Kompass ist sicherlich ein Argument bei regelmäßigen Wandertouren, auch in Kombination mit einer UTM-Papierkarte. Beachtet immer, dass auch der GPSmap 66 eine sehr planungs-intensives Gerät ist und eine grundlegende Einarbeitung erfordert.

Kartenmaterial

Vorinstallierte Detail-Karten
Satelliten-/Rasterkarten tauglich

Der 66s wird ohne vorinstallierte Karte ausgeliefert, der 66st (t=Topo) mit einer 'TopoActive Europa Ost+West'. Achtung: die Garmin TopoActive basiert auf OpenStreetMap Daten, wurde also von Hobby-Mappern erstellt und darf nicht mit der primär auf professionellen Vermessungsdaten basierenden 'Garmin Topo Deutschland V8/9 PRO' verwechselt werden. Die TopoActive gibt es auch im Einzelkauf für ca. 50,- EUR, dies ist in etwa der Preisunterschied der beiden Modelle. Die TopoActive liegt beim 66st im internen Speicher, reduziert diesen von ca. 16 auf 9 GB, dafür kann man über 'Garmin Express' Updates installieren.

Hinweis:
Alle Bewertungen sind das Resultat aus eigener Erfahrung sowie aus unseren GPS-Kursen.
Die technischen Werte beziehen sich auf Angaben des Herstellers, Fotos Garmin.de

GPS-Kurse

Veranstalter: MEDIA-TOURS in Kooperation mit dem ADFC Kreisverband Karlsruhe

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